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Das Glaukom ist charakterisiert durch einen fortschreitenden Verlust von Nervenfasern am Sehnervenkopf. Der Einfluss des Augeninnendrucks auf die Entstehung oder das Voranschreiten eines Glaukoms ist unbestritten. Die Regulation des Augendrucks erfolgt durch ein feines Gleichgewicht, zwischen ständiger Produktion und Abfluss des Augenkammerwassers. Aktuell stellt die dauerhafte Reduktion des Augeninnendrucks auch den einzigen nachgewiesenen therapeutischen Ansatzpunkt in der Behandlung des Glaukoms dar.

glaukom.jpgGlaukomtöse Papillenexcavation


Eine Augeninndruck-Senkung kann sowohl mit Medikamenten wie auch durch eine Operation erreicht werden. Die medikamentöse Behandlung wird in der Regel mit Hilfe von Augentropfen durchgeführt. Es gibt verschiedene augendrucksenkende Medikamente. Sie unterscheiden sich in ihren pharmakologischen Eigenschaften wie der Wirkungsdauer und -stärke, der Applikationshäufigkeit und in den Nebenwirkungen voneinander. Die am längsten eingesetzte Wirkstoffgruppe sind die Miotika.


Durch ein Zusammenziehen der Pupille wird der Kammerwinkel weit geöffnet und der Abfluss somit verbessert, weshalb diese Substanzen auch heute beim Winkelblockglaukom eingesetzt werden. In der Behandlung der anderen Glaukomformen spielen Miotika aufgrund des Nebenwirkungsprofils keine wesentliche Rolle.

Zu den Mitteln der ersten Wahl zählen heute die Prostaglandin-Analoga, die den Augeninnendruck durch eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses senken. Nebenwirkung umfassen ein verstärktes Wimpernwachstum sowie eine Dunkelpigmentierung des äußeren und inneren Auges (Lider und Regenbogenhaut). Betarezeptorenblocker werden seit Jahrzehnten in der Glaukombehandlung eingesetzt und sind vielen Patienten aus Bluthochdrucktherapie bekannt, wo diese Substanzen in Tablettenform eingesetzt werden. Betarezeptorenblocker senken die Kammerwasserproduktion.

Generell nicht gegeben werden sollten Betablocker jedoch bei Asthma bronchiale und Herzerkrankungen, die mit niedriger Herzfrequenz einhergehen. Carboanhydrasehemmer senken wie die Betablocker die Kammerwasserproduktion. Häufig werden Kombinationspräparate mit Betablockern verwendet. Carboanhydrasehemmer werden zur Behandlung sehr hoher Augendruckwerte auch als Tabletten oder als Infusion eingesetzt. Sympathomimetika wirken drucksenkend sowohl durch eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses als auch durch eine Verminderung der Kammerwasserproduktion. Wegen eines ungünstigeren Nebenwirkungsprofils sind sie keine Medikamente der ersten Wahl.

Sind medikamentöse Therapien ausgeschöpft, wird normalerweise ein operativer Eingriff notwendig, die Bandbreite der chirurgischen Operationstechniken ist groß. Es kann entweder eine Verbesserung des Abflusses von Kammerwasser aus dem Auge angestrebt werden oder man versucht die Produktion des Kammerwassers zu drosseln jeweils mit dem Ziel den Augeninnendruck zu senken.

 

Im Folgenden wollen wir Ihnen eine kurze Übersicht über die in der Augenklinik Gerolzhofen angebotenen Verfahren geben:

Verödung des Strahlenkörpers (Zyklodestruktive Verfahren)Beitrag schließen


Verödung des Strahlenkörpers (Zyklodestruktive Verfahren)


Ziel des Verfahrens ist die Zerstörung von Zellen im Auge, die für die Produktion des Kammerwassers zuständig sind. Der Eingriff wird in der Regel in lokaler Betäubung durchgeführt.

Bei der transskleralen Zyklophotokoagulation wird mit einem auf das Auge von außen aufgesetzte Sonde mittels eines Laserstrahls Zellverbände im Ziliarkörper zerstört, die für die Produktion des Kammerwassers zuständig sind. Der gleiche Effekt kann auch durch eine Kältebehandlung mit einer Kryosonde (bei mehr als 40 Grad minus) erreicht werden. Die Wirkung der Zyklophotokagulation lässt sich allerdings nicht gut steuern. Es kann deshalb die mehrmalige Wiederholung dieses Eingriffes nötig sein um den gewünschten Effekt zu erhalten.

Schwere unerwünschte Wirkungen wie eine Minderung der Sehkraft, z. B. durch eine Schwellung der Netzhaut, sind selten, aber möglich. Eine Überkorrektur mit Zerstörung der Kammerwasserproduktion ist theoretisch möglich, aber sehr selten.

Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, dass das Auge nicht chirurgisch eröffnet werden muss und die Infektionsrisiken, die bei jeder Eröffnung des Auges gegeben sind, somit minimiert werden.

 



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Filtrationschirurgie / Trabekulektomie


Die Trabekulektomie stellt heute die Standardoperation beim primären Offenwinkelglaukom m deutschsprachigen Raum dar. Das Prinzip beruht auf einer „Fistel“-Anlage vom Augeninnernen unter die Bindehaut, ist somit eine sogenannte fistulierende Operation. Mit Hilfe dieser Operationstechnik lassen sich auch sehr hohe Augeninnendruckwerte in einen guten Bereich absenken.

Die Bindehaut wird eröffnet und danach die Lederhaut läppchenförmig eingeschnitten und anschließend ein Loch in die Vorderkammer geschnitten. Das Kammerwasser kann so über diese neue Verbindungsöffnung vom Augeninneren unter die Bindehaut abgeleitet werden. So entsteht eine zystige Zone der Bindehaut, in dem das Kammerwasser über die Lymphwege des Bindehautgewebes versickert. Diese, in der Regel unter dem Oberlid chirurgisch angelegte Zone bezeichnet man als Sicker- oder Filterkissen.

glaukom_auge.jpgOptimales Sickerkissen 6 Wochen nach Trabekulektomie mit intensivierter Nachbehandlung in der Augenklinik GerolzhofenMindestens genauso wichtig wie die Operation ist die optimale Nachsorge. Das Hauptrisiko dieser Operation ist nämlich die Vernarbung des Sickerkissens mit Verlust des drucksenkenden Effektes. Im Fall einer beginnenden Vernarbung muss daher das Sickerkissen mit speziellen Medikamenten entweder in Augentropfenform oder durch Spritzen unter die Bindehaut intensiv nachbehandelt werden. Nur so kann der Erfolg der Operation sichergestellt werden.

In der Augenklinik Gerolzhofen wird die ersten Tage nach der Operation patientenindividuell die Therapie stationär durchgeführt und im weiteren Verlauf über 4 bis 8 Wochen auch ambulant engmaschig das Sickerkissen kontrolliert und die Behandlung individuell angepasst.

Trotz aller Vorsicht treten gelegentlich gravierende Nebenwirkungen auf, eine zeitweilige aber auch permanente Sehverschlechterung kommt gelegentlich vor, bei zu hohen oder zu niedrigen Augeninnendruckwerten können auch weitere chirurgische Eingriffe notwendig sein.


Minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS)Beitrag schließen

Minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS)

 

Xen InjektorDer XEN Stent wird mit diesem Injektor in das Auge eingesetzt. Der für die Implantation notwendige Schnitt am Auge ist nur 1,4 mm breit. Dies gewährleistet eine minimale Verletzung des Auges und eine schnelle Abheilung.Seit wenigen Jahren gibt es verschiedene minimalinvasive chirurgische Therapieansätze. Aktuell wird in der Augenklinik Schweinfurt Gerolzhofen die Implantation des XEN gel Stens durchgeführt. Die Augenklinik Schweinfurt-Gerolzhofen ist die erste Klinik in Unter- und Oberfranken, die diese Behandlungsmöglichkeit eingeführt hat.

Es handelt sich hierbei um ein sechs Millimeter langes kleines Gelatineröhrchen, das die überschüssige Flüssigkeit aus dem Auge unter die Bindehaut ableitet und damit den Augendruck senkt. Das Wirkprinzip ist vergleichbar mit der einer Filterkissenoperation. Im Gegensatz zu anderen aufwändigeren operativen Verfahren wird das Auge dabei nur minimal verletzt und die Bindehaut nicht aufgeschnitten.

Zudem ist der Eingriff von kurzer Dauer und kann auch ambulant in lokaler Betäubung vorgenommen werden. Da der drucksenkende Effekt nicht so hoch wie bei anderen Operationen ist, ist dieser Eingriff nicht für alle Glaukomformen geeignet.

 

 

DrainageimplantateWeniger lesen


Drainageimplantate


Ähnliche Effekte können durch Drainageimplantate erzielt werden, die allerdings in der Regel komplexeren Ausgangssituationen vorbehalten bleiben, da diese Technik häufiger Nebenwirkungen haben kann. Hierbei wird ein Kunststoffschlauch in die Augenvorderkammer eingelegt, der das Kammerwasser ebenfalls unter die Bindehaut abfließen lässt, am Ende des Schlauches ist ein Plattensystem fixiert, das das Kammerwasser auf einen größeren Bindehautbereich verteilen soll. Einige der Implantate besitzen Ventile um die gefürchtete Komplikation des zu hohen Abflusses aus dem Auge zu verhindern.




KammerwinkelchirurgieWeniger lesen

Kammerwinkelchirurgie


Es gibt verschiedene Verfahren den Abfluss im Kammerwinkel zu verbessern. In der Augenklinik Gerolzhofen haben wir gute Erfahrungen mit zwei Verfahren gesammelt, die wir Ihnen auch erläutern wollen.

TrabekulotomieWeniger lesen


Trabekulotomie


Der Schlemm´sche Kanal im Kammerwinkel wird bei dieser Operation von außen aufgesucht und das Trabekelwerk mit einer Metallsonde nach innen aufgerissen. Ziel ist die Wiederherstellung des normalen Kammerwasserabflussweges. Sollte das Problem der Augeninnendruckerhöhung außerhalb des Kammerwinkelabflussweges liegen ist diese Methode allerdings nicht wirksam.


Häufigste Komplikation nach Trabekulotomie ist eine Blutung ins Auge. Der Nachbehandlungsaufwand der Trabekulotomie ist deutlich geringer als der der Trabekulektomie. Komplikationen wie z. B. die dauerhafte Verminderung des Sehvermögens kommen vor. Komplikationen bei der Trabekulotomie, sind seltener als bei der Trabekulektomie.

 

 

ViskokanaloplastikWeniger lesen


Viskokanaloplastik


Ein jüngeres Verfahren ist die sogenannte Viskokanaloplastik. Hier wird ebenfalls der Schlemm’sche Kanal von außen aufgesucht. Der Kanal wird zirkulär mit einem Mikrokatheter sondiert. Mit dem Katheter wird daraufhin ein Faden durchgezogen und gleichzeitig eine gelatinöse Substanz (Healon) zum Aufweiten des Schlemm´schen Kanals eingespritzt. Der Faden bleibt im Schlemmschen Kanal un wird verknotet und belassen. Das Trabekelwerk wird auf diese Weise gestrafft und dadurch die Durchlässigkeit erhöht.

Vorteil der Technik ist das geringe Operationstrauma sowie der Erhalt des Trabekelmaschenwerks. Der drucksenkende Effekt ist geringer als der der Trabekulektomie und die Technik nicht für alle Glaukomformen einsetzbar.

Komplikationen treten seltener auf als bei der Trabekulektomie, auch die Sehschärfe wird geringer beeinträchtigt. Die Viskokanaloplastik ist von der gesetzlichen Krankenkasse noch nicht als erstattungsfähig anerkannt und kann gesetzlich versicherten Patienten deshalb nur in Ausnahmefällen angeboten werden.

 

 

 

Viskokanaloplastik (ab externo - Visco 360)Weniger lesen

 

Viskokanaloplastik (ab externo - Visco 360)


Ein neues Verfahren ist die sogenannte Viskokanaloplastik ab interno (Visco 360). Hier wird der Schlemm’sche Kanal von innen aufgesucht. Der Kanal wird dann jeweils um 180 Grad mit einem Mikrokatheter (200 µm dick) nach rechts und links sondiert und beim Zurückziehen des Katheters eine gelatinöse Substanz (Healon) zum Aufweiten des Schlemm´schen Kanals eingespritzt. Das Trabekelwerk wird auf diese Weise gedehnt und dadurch die Durchlässigkeit erhöht.

Vorteil der Technik ist das noch geringere Operationstrauma (es sind nur 2 kleine Schnitte an der Hornhaut nötig) sowie der Erhalt des Trabekelmaschenwerks. Der drucksenkende Effekt ist geringer als der der Trabekulektomie und die Technik nicht für alle Glaukomformen einsetzbar.

Komplikationen treten sehr selten auf die Sehschärfe wird im Normalfall gar nicht beeinträchtigt. Die Viskokanaloplastik ab interno ist von der gesetzlichen Krankenkasse noch nicht als erstattungsfähig anerkannt und kann gesetzlich versicherten Patienten deshalb nur in Ausnahmefällen angeboten werden.

 

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